Verschlussbrennerei
In einer
Verschlussbrennerei werden aus heimischen Früchten Obstbrände
gebrannt. Die Bezeichnung "Verschlussbrennerei" ist ein Begriff aus
dem Branntweinmonopolrecht. Der in den Brennereien gewonnene
Alkohol unterliegt der Branntweinsteuer. Aufgrund dessen werden
diese Brennereien streng durch die Finanzbehörden kontrolliert. Die
Teile der Brennerei, in denen der Alkohol entsteht, stehen unter
staatlichem "Verschluss". Sie sind durch amtliche Plomben gesichert
und nur zugänglich unter Aufsicht von Zollbeamten zugänglich.
Die Rohstoffe

Neben den Früchten spielt das Wasser eine entscheidende Rolle bei der Herstellung ausgezeichneter Brände. Nur mit besonders klarem, weichem Wasser können sich die feinen Aromen voll entfalten. Aus diesem Grund verwenden wir hierfür ausschließlich Bergquellwasser.
Die Destillation

Das Geistverfahren
Zuckerarme
Früchte, insbesondere Beeren, werden in einem speziellen Verfahren,
dem "Geistverfahren", destilliert. Dabei werden die frischen,
unvergorenen Früchte in Alkohol eingelegt, wodurch das Fruchtaroma
aus dem Obst ausgezogen wird. Dieser Vorgang wird als Mazeration
bezeichnet. Das so gewonnene Mazerat wird anschließend destilliert.
Das "Geistverfahren" hat den Vorteil, dass das feine, sehr
empfindliche Aroma dieser Früchte nicht durch andere, unerwünschte
Geschmacksstoffe, die bei der Gärung entstehen, überdeckt und
gestört wird. Die so gewonnenen Obstdestillate werden als Obstgeist
(z.B. Himbeergeist, Brombeergeist) bezeichnet.
Lagerung und Abfüllung
Obstbrände und
Obstgeiste brauchen Zeit, um zu reifen. Sie werden deshalb nach dem
Brennvorgang gelagert, damit sie ihr volles Aroma entwickeln
können. Die Mindestlagerung beträgt etwa ein halbes Jahr,
hochwertige Produkte reifen fünf bis zehn Jahre. Der
Reifungsprozess der klaren Obstbrände ist ein Vorgang, der allein
im Destillat stattfindet. Durch den Kontakt mit Luft werden
oxidative Veränderungen eingeleitet. Das Destillat wird weicher und
milder und die typische Fruchtigkeit kann sich so voll ausbilden.
Als Lagerbehälter werden Edelstahltanks, Tonkrüge oder Glasballons
verwendet. Holzfässer eignen sich dann zur Reifung von Obstbränden,
wenn sie möglichst wenig Gerbstoffe abgeben (z.B.
Eschenholzfässer), damit das eigene Fruchtaroma nicht überdeckt
wird. Vor der Abfüllung wird das hochprozentige Destillat mit
Wasser auf die jeweilige Trinkstärke herabgesetzt. Der gesetzlich
vorgeschriebene Mindestalkoholgehalt für Obstbrände beträgt 37,5%
Vol.